Wenn Träume auf Reisen gehen

Zu Beginn der Oberstufe träumte sie von einem Jahr Freiheit nach der Matura und einem treuen Begleiter an ihrer Seite. Vier Jahre später ist aus Anna Leilis Traum Realität geworden. Sie wird mit ihrer Hündin Tara und ihrem selbst umgebauten Camper in ein aufregendes Gap Year starten.

Am Parkplatz des WIFI steht ein weißer Bus. Aus dem Fenster lächelt mir ein Mädchen mit blitzenden Augen entgegen. Anna Leili ist CAP.finisherin des Jahrgangs 2022 MECH und mit Recht stolze Besitzerin, denn sie hat in mehr als zwei Jahren einen Ford Transit in einen wunderschönen Campingbus verwandelt. „Ich wollte immer schon nach der Matura ein Jahr reisen, aber Wohnmobile sind teuer“, so Anna. Durch Zufall fiel ihr ein leerer Allrad-Transporter in die Hände, der in mühsamer Kleinstarbeit in ein kuscheliges „Zuhause“ verwandelt wurde.

Liebe bis ins kleinste Detail

Von der Isolierung bis ins kleinste liebevolle Detail hat Anna alles selbst geplant, gesägt, getischlert und eingebaut. „Drei Dinge waren mir wichtig. Eine Küche, weil ich gern koche und mich somit selbst versorgen kann. Fließendes Wasser mit Außendusche und ein ausziehbares Bett für zwei Personen und für mein Schatzi“, zwinkert Anna. Letzteres ist ihre Hündin Tara, die sie seit Corona begleitet und ihr zweiter großer Lebenswunsch war. Und irgendwie auch Auslöser für den Camper, denn mit Hund zu reisen ist ohne fahrbaren Untersatz nicht immer einfach.

Zwei Jahre Arbeit wurden in den Camper gesteckt und der Innenraum mit so viel Liebe eingerichtet, dass es einem den Atem verschlägt. Dabei musste einiges nochmals umgekrempelt werden. „Wir mussten die Sitze nochmals rausreißen, weil man so flexibler ist in Punkto Stauraum. Das war zwar ein ziemlicher Aufwand, aber gleichzeitig auch eine wichtige Erfahrung, dass nicht immer alles nach Plan laufen kann.“

Woher sie das Know How genommen hat? „Ich habe einige Bücher gelesen und viele Tutorials geschaut, wie man Busse umbauen kann. Zudem hat mir mein Praktikum in der KFZ Werkstatt vor einem Jahr immens geholfen“, erklärt Anna. Zu dieser Werkstatt hat sie bis heute einen intensiven Kontakt. Unterstützt wurde Anna auch von ihren Eltern. Mama Veronika schneiderte die Sitzbezüge, Papa Michael sorgte als Elektrotechniker für die perfekte elektronische Ausstattung.

„Auch CAP. hat mir sehr geholfen, denn ohne CAP. hätte ich nie das Selbstvertrauen gehabt, den Umbau zu schaffen“ verrät die 18-Jährige. „Das ist schon richtig cool, wenn man ein Projekt mit einem guten Gefühl beginnt.“

Ausgezeichneter Campingbus

Für ihren Camper gibt es aber nicht nur von Familie, Freund:innen sowie den CAP.-Kolleg:innen und Trainer:innen großen Applaus. Ihr Projekt erzielte den dritten Platz beim Dr. Hans-Riegel-Fachpreis in der Kategorie Architektur. „Meine VWA Betreuerin hat mich ermuntert, meine VWA Arbeit „Rolling Home – Mein Ford Transit wird zum Camper“ einzureichen. Dass ich den dritten Platz schaffe, damit hatte ich aber nicht gerechnet“, freut sich die frische Maturantin.

Auf die Frage, was nach dem Lehrabschluss Ende August auf dem Programm steht, zeigt sich ein glückliches Lächeln auf Annas Gesicht. „Ich werde mal durch Österreich und die umliegenden Länder reisen. Eines ist auf jeden Fall fix: Ich möchte Tara unbedingt das Meer zeigen!“ Wohin es die junge Frau auch verschlagen wird, gemeinsam mit Tara, ihrem Freund Tobias und ihrem Camper steht Anna die große Welt ganz weit offen.